Barfuss auf das Burgberger Hörnle am 10.04.2009 - 4 Videos
(Videolinks und Bilder unter dem Text)

Am Samstag den 04.04.2009 wollte ich ja schon auf’s Burgberger Hörnle steigen, hatte da aber solche Angst vor schmelzwasser-glitschigen steilen Waldhängen und umgestürzten Bäumen dass ich aufgab und auf einem harmloseren Weg zum Grüntenhaus aufstieg. Dieses Oster-Wochenende wollte ich mal mit meiner Digicam in diese Gegend gehen und Euch ein paar aktuelle Fotos dieses Berges zeigen. Zumal ich ja schon letztes Wochenende zu Recht prognostiziert habe, dass jetzt der Aufstieg trockener sein wird und für mich mental besser gehen wird.

So fuhr ich heute wieder mit dem Fahrrad etwa 7,9 km weit und gut 180 Höhenmeter bergauf zur Alpe Weiherle am Grünten / Bugberger Hörnle in 910 m über dem Meer. Auf dem Fahrrad war ich noch off-topic in meinen Radtour-Sicherheits-Sandalen. Diese blieben dann aber auf dem Fahrrad zurück und den Berg machte ich voll und echt barfuss. Ich hatte auch sonst nur eine minimale Ausrüstung dabei – kurze Hose, Sonnenschutz-Kappe (leider meist nicht auf dem Kopf), T-Shirt in die Bauchtasche geknüllt, keine lange Jacke dabei. Dafür aber hightech-mässig 2 Armbanduhren, Handy und Digicam dabei.

Im Aufstieg machte ich zig Fotos – ich will Euch hier unter diesem Text mit 21 Bildern belästigen. Und ich machte 4 Video-Clips. Die will ich in 4 Video-Repliken an diesem Beitrag dran einbinden. In meinen Video-Clips wollte ich Euch das „Footling“ (analoges Wort zu „Handling“) im alpinen Gelände zeigen, 1 Video im Aufstieg und 3 im Abstieg.

Das Aufstiegs-Video machte ich erst nach der Gipfel-Ankunft, bin dazu noch einmal ein Stück abgestiegen. Doch die zahlreichen Fotos kosteten doch einiges an Zeit – so brauchte ich für die 580 Höhenmeter Aufstieg von der Alpe Weiherle 56.01 Minuten. Allerdings auch ohne Fotografierens wäre mein Tempo von der Kondition her nicht allzu schnell gewesen. Meine Lebens-Bestzeit für diese 580 Höhenmeter waren Ende August 1998 knapp 24 Minuten (mit Jogging-Schuhen und Bergstöcken) – das sind Welten Unterschied im Vergleich zu heute!

Nachdem mein Bergfreund Martin und ich über diesen herrlichen steilen Südseiten-Aufstieg auf’s Burgberger Hörnle in 1496 m über dem Meer gestiegen sind, wären wir gerne noch zum verdienten Bier aufs Grüntenhaus in 1535 m hinübergestiegen. Doch vor dem Zustieg zum ganz schön luftigen Nordgrat lag immer noch ein ganz schön mächtiger Schneehaufen. Vor dem hatte ich zu viel Schiss, und so stiegen wir eben dort wieder bierlos ab, wo wir aufgestiegen sind.

Und nun zu den 4 Videos. Bei den Videos empfehle ich Vollbild, ich denke die Auflösung ist ausreichend dafür. Vollbild erhaltet Ihr durch Maus-Doppelklick auf das laufende Video.

Video 1:

Das letzte Stück Gipfel-Aufstieg zum Burgberger Hörnle

Video 2:

Abstieg vom Burgberger Hörnle 1

Video 3:

Abstieg vom Burgberger Hörnle 2

Video 4:

Abstieg vom Burgberger Hörnle 3

Bei den nun folgenden 21 Bildern steht der Text zu den Bildern jeweils unter dem Bild.

Hier oben steht mein Fahrrad in der Nähe der Alpe Weiherle – und wie Ihr seht sind meine Sandalen brav auf dem Gepäckträger deponiert.

Ich mit meiner Berg-Ausrüstung sehe so aus.

Und dort oben geht es nun hinauf. Diese südseitigen Felsen sind bei Kletterern beliebt, es ist die sogenannte „Kante“. Unser Weg führt links um diese Felsen herum.

Nach etwa 40 % des Aufstieges geht rechts der harmlose Normal-Weg zum Grünten/Grüntenhaus hoch, wir gingen natürlich den Weg links, der offiziell nur für Geübte geeignet sein soll.

Doch wie ich Euch schon letztes Wochenende geschrieben habe, sind auf dem Weg für Geübte einige Bäume umgestürzt, deshalb hat die Gemeinde mit diesem Schild vor dem Aufstieg gewarnt – eine Warnung die nicht nur wir beide, sondern Heerscharen ignorierten. Aber nur durch Heerscharen von Bergwanderern/Bergsteigern trampelt sich bald ein Umgehungs-Pfad um den Windbruch ein.

Auf den oberen 3 Bildern sieht man die Lawinen-Halde, die man unmittelbar nach dem Weg-Gabelungs-Schild überqueren muss.

Kurz hinter der Lawinenhalde kommt die Querung des sehr steilen Waldhages, wo ich wegen schmelzwasser-nassem Boden letzten Samstag solche Angstzustände bekam – diesmal war alles trocken und ich hatte Null mentale Probleme.

Hinter mir ging bis 2008 der Weg weiter – jetzt liegt da plötzlich ein ganzes Waldstück in der Waagrechten. Die neue Weg-Variante umgeht diesen Windbruch weiträumig rechts, und wird sich in den nächsten Wochen rasch als neue Pfadspur etablieren.

Die oberen 4 Bilder zeigen mich beim „Footling“ im alpinen Aufstieg – interessant zum Thema „Footling“ könnten auch meine 4 Videoclips sein.

Das letzte Stück Aufstieg zum Gipfel hoch.

Ein Blick nach rechts zeigt die Kletterfelsen der sogenannten „Kante“ (Burgberger-Hörnle-Südkante, ist aber nichts für mich).

Vom Burgberger Hörnle aus sieht man Richtung Westen Immenstadt, im Hintergrund der Grosse Alpsee, links das Immenstädter Horn mit der bereits 3-jährigen grossen Mure.

Richtung Südwesten sieht man rechts die Bergkette der „Nagelfluhkette“ die mit dem Mittag bei Immenstadt beginnt und im Hochgrat in etwa 1832 m Gipfelt. Links der Nagelfluhkette das Gunzesrieder Tal, blass im Hintergrund der 2500 m hohe Säntis in der Schweiz.

Richtung Süden sieht man die sogenannten „Allgäuer Hochalpen“ südlich von Oberstdorf mit einigen Gipfeln knapp über 2600 m.

Das Burgberger Hörnle gehört ja zum Grünten-Massiv, dessen Hauptgipfel in 1738 m Höhe liegt hinter dem BR-Fernsehsender, dessen Fundament etwas niedriger als der Gipfel liegt. Im Vordergrund sieht man das Grüntenhaus, es liegt 39 m höher als das Burgberger Hörnle.

Dieser Schneehaufen liegt auf dem Zustieg zum Burgberger-Hörnle-Nordgrat, da traute ich mich nicht darüber, also gab es heute kein Bier am Grüntenhaus. Wenn kein Schnee mehr droben ist, traue ich mich da zwar auch barfuss darüber, aber nur mit ziemlich viel Höhenangst – trotz vorhandener Stahlseil-Sicherung.


Dann noch sportliche Grüsse,

Euer Karl Heinz Haidlas